Warum die CFU-Zählung schwieriger ist, als sie aussieht
Eine CFU ist nicht unbedingt eine ursprüngliche Zelle. Eine sichtbare Kolonie kann aus einer einzelnen Zelle oder aus einem Aggregat entstehen. Die Bildanalyse kann sichtbare Kolonien konsistent zählen, aber sie kann die ursprüngliche Anzahl einzelner Zellen nicht rekonstruieren oder die durch Homogenisierung, Verdünnung, Kulturmedium und Inkubationsbedingungen eingeführte Variation beseitigen.
Die Plattendichte beeinflusst auch die Unsicherheit. Niedrige Zählwerte reagieren empfindlicher auf zufällige Stichprobeneffekte, während überfüllte Platten überlappende, verschmolzene oder sich ausbreitende Kolonien enthalten können. Ziel ist es daher nicht, die maximale Anzahl von Objekten zu zählen, sondern Platten innerhalb des validierten Zählbereichs der gewählten Methode auszuwählen.
ISO 4833-1:2013 bleibt für die Koloniezählung bei 30 °C mittels Gussplattenverfahren aktuell. ISO/CD 4833 befindet sich in der Entwicklung und soll ISO 4833-1 und ISO 4833-2 ersetzen. Diese Normen unterstreichen ein wichtiges Prinzip: Das gemeldete Ergebnis hängt von definierten Kulturbedingungen und Methodenregeln ab, nicht allein von der Bilderkennung.
Abbildung 1. Ein kontrollierter Arbeitsablauf für die automatisierte Zählung von Count Plates.
Wo Automatisierung einen technischen Mehrwert bietet
Automatisierung ist am wertvollsten in Laboren, die viele routinemäßige Count Plates verarbeiten. Ein standardisiertes Bildgebungssystem wendet bei aufeinanderfolgenden Platten dieselbe Erkennungslogik an und trägt so dazu bei, die von Analytiker zu Analytiker unterschiedlichen Abweichungen zu reduzieren, die durch Ermüdung, visuelle Aufmerksamkeit und subjektive Interpretation verursacht werden.
Bildbasierte Aufzeichnungen können auch die Überprüfbarkeit verbessern. Wenn ein Ergebnis mit dem ursprünglichen Plattenbild, der Probenkennung und dem Testprotokoll verknüpft ist, können Vorgesetzte die analytische Beobachtung überprüfen, anstatt nur die endgültige Zahl. Die Rückverfolgbarkeit hängt jedoch auch von dokumentierten Überprüfungsverfahren, kontrollierten Aufzeichnungen und geeigneten Datenmanagementpraktiken ab.
Die Zählgeschwindigkeit sollte nicht mit der gesamten Testdurchlaufzeit verwechselt werden. Labore sollten den vollständigen Arbeitsablauf bewerten: Probenvorbereitung, Inkubation, Plattenhandhabung, Bilderfassung, automatisierte Zählung, Verifizierung und Berichterstattung.
Verifizierung und menschliche Überprüfung
Vor dem routinemäßigen Gebrauch sollte das Labor den automatischen Zähler für seine eigenen Count-Plate-Typen, Koloniemorphologien und erwarteten Zählbereiche verifizieren. Ein praktischer Verifizierungsplan sollte Folgendes bewerten:
· Übereinstimmung mit einem etablierten manuellen oder Referenz-Zählverfahren
· Wiederholbarkeit bei wiederholten Aufnahmen und verschiedenen Anwendern
· Leistung bei niedrigen, mittleren und hohen Koloniedichten
· Erkennung von kleinen, angrenzenden, verschmolzenen oder ausbreitenden Kolonien
· Regeln für Anwenderprüfung, Korrektur, Freigabe und aufbewahrte Aufzeichnungen
FSTest MC1000 für die routinemäßige Zählplatten-Auszählung
Der automatische Koloniezähler FSTest MC1000 (Art.-Nr. 51000) ist für die automatisierte Auszählung auf kompatiblen Zählplatten mit kreisförmigen papier- oder gelbasierten Zählbereichen konzipiert, die in der routinemäßigen Lebensmittelmikrobiologie verwendet werden. Seine Bildgebungsarchitektur kombiniert eine 13-Megapixel-Kamera, kontrollierte Beleuchtung und digitale Bildverarbeitung für die Kolonieerkennung, Ergebnisprüfung und Datenausgabe. Unter den vom Hersteller angegebenen Testbedingungen hat das System eine angegebene minimale nachweisbare Koloniegröße von 0,1 mm und einen Zählfehler von ≤5 %. Diese Leistungsangaben sind im Rahmen der geltenden Testbedingungen und des unterstützten Count-Plate-Umfangs zu interpretieren. FSTest meldet den Abschluss der anwendbaren EMV-, Elektrosicherheits- und RoHS-Konformitätstests für den MC1000 im Juni 2026.
Fazit
Die Zukunft der Koloniezählung wird nicht allein durch Geschwindigkeit definiert. Ihr praktischer Wert liegt in der Kombination von kontrollierter Mikrobiologie mit reproduzierbarer Bildgebung, automatisierter Auszählung, menschlicher Verifizierung und nachvollziehbarer Berichterstattung. Dieser Ansatz kann die Variabilität zwischen Beobachtern verringern und gleichzeitig die analytische Disziplin bewahren, die für zuverlässige CFU-Ergebnisse erforderlich ist.
Für anwendungsspezifische Informationen, Count-Plate-Kompatibilität oder Verifizierungsunterstützung kontaktieren Sie das FSTest-Technikteam.
Referenzen
· FDA — Bakteriologisches Analysenhandbuch, anwendbares Kapitel zur Zählung.
· ISO 4833-1:2013 und Änderung 1:2022 — Koloniezählung bei 30 °C mittels Gussplattenverfahren.
· ISO/CD 4833 — Koloniezählung bei 30 °C (in Entwicklung).
· Zheng M. et al. (2026). Lernen, kleine und geclusterte Objekte zu zählen, mit Anwendung auf Bakterienkolonien. Vorabdruck.
· FSTest MC1000 Automatischer Koloniezähler — aktuelle Produktspezifikationen und Konformitätsdokumentation.